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30 Jahre HUMANITAS e.V. - Gefangenenhilfe - Brandenburg

Sehr geehrte Mitglieder, ehrenamtlich Engagierte und Unterstützer,

 

vielleicht ist es zu hoch gegriffen von einem historischen Tag zu reden, aber bedeutsam ist der 26. Januar in der Vereinsgeschichte allemal. Denn vor nunmehr 30 Jahren, am 26.01.1991 - dem Tag der Gründungsversammlung - wurde in der Stadt Brandenburg der Grundstein zum Aufbau unseres Vereins der Freien Straffälligenhilfe gelegt.

Nach den langen Erfahrungen mit der DDR-Wiedereingliederungspolitik gab es eine Reihe von mutigen, engagierten Frauen und Männer, die eine Organisation zu schaffen begannen, welche eine begleitete Wiedereingliederung der Strafgefangenen in die Gesellschaft nach ihrer Haftentlassung ermöglicht.

Die Gruppe um die Gründungsmitglieder Kuno Pagel, Karl Becker, Sylvia Welzig, Andreas Kuhnert, Johannes Drews, Peter Klam, um nur einige namentlich zu nennen, schafften im Jahre 1990 die organisatorischen und logistischen Voraussetzungen für den Aufbau unseres Vereins - den HUMANITAS e.V. - Gefangenenhilfe - Brandenburg. 

 

Große Unterstützung erhielt der Verein auch von der damaligen Regierung des Landes Brandenburg, dem Justizministerium, der Justizvollzugsanstalt Brandenburg sowie Aufbauhelfer aus Nordrhein-Westfalen. Hier möchte ich die Sozialarbeiter Klaudius Leinkauf und Michael Ehlert nennen, die mit ihren Erfahrungen eine wichtige Aufbauhilfe leisteten.

 

Bei der hohen Anzahl von langjährigen Strafgefangenen in der damaligen Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel (ca. 300 lebenslängliche und 600 Gefangene), die länger als 10 bis 15 Jahre im DDR-Vollzug waren, war es klar, dass für diese Gefangenen, die in dieser Zeit entlassen wurden, eine neue Welt auf sie wartete. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel die Anstalt auf dem ehemaligen Territorium der DDR war, in der die meisten lebenslänglichen und langstrafigen Gefangenen inhaftiert waren - auch über die Wendezeit hinaus.

Ein weiterer wichtiger Partner während der gesamten 30 Jahre war unser Dachverband - Der Paritätische Landesverband Brandenburg e.V. Bei den vielen Höhen und Tiefen, die der Verein in 30 Jahren erlebt hat, fanden wir bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des PARITätischen immer ein offenes Ohr und fachkompetente Hilfe.

Es gäbe eine Reihe weiterer hilfsbereiter und unterstützender Menschen zu nennen.

An dieser Stelle sage ich im Namen des Vorstandes, der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie der Mitglieder des Vereins Danke für die Hilfe und Unterstützung, die unser Verein erhalten hat und ohne die wir heute nicht auf eine 30jährige Vereinsgeschichte zurückblicken könnten.

 

Auch in Zukunft ist der Verfassungsauftrag gemäß Artikel 54 der Landesverfassung für uns als Freie Straffälligenhilfe bindend, alles zu tun, den entlassenen Gefangenen zu befähigen, künftig ein Leben in sozialer Verantwortung ohne Straftaten zu führen.

 

Das heißt für uns als Verein,

  • unsere Arbeit weiter zu qualifizieren und mit den guten Erfahrungen der Vergangenheit schon im Vollzug die Arbeit mit den Gefangenen zu beginnen und
  • in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Justizvollzugsanstalt die Entlassung so vorzubereiten, dass die Gefangenen bei der Entlassung eine Wohnung bzw. eine Unterkunft, eine Arbeit bzw. eine Umschulungsmaßnahme in Aussicht haben bzw. eine Ausbildung beginnen können.
  • ein soziales und emotionales Auffangnetz bereit zu halten, das dazu beiträgt, die Rückfallgefahr von Straffälligen weitgehend zu reduzieren.

 

Eine gute Entlassungsperspektive zu schaffen gelingt erfahrungsgemäß mit einem konstruktiven Übergangsmanagement.

 

Der Verein bietet mit seinen verschiedenen Projekten:

  • Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI)
  • Betreutes Wohnen für Langzeitstrafer und erheblich Rückfallgefährdete
  • Anlauf- und Beratungsstelle für Haftentlassene und Angehörige
  • Ehrenamtliche Mitarbeit im und nach dem Strafvollzug sowie
  • seinen 10 Sozialwohnungen für Haftentlassene

ein breites Spektrum von Hilfsmöglichkeiten an. Diese Hilfe kann aber nur dort auf Dauer wirken, wo sie von den Betroffenen als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden und angenommen wird.

 

Wir wissen natürlich auch, dass es Menschen und Bereiche in unserer Gesellschaft gibt, die lieber die Gefangenen für immer "wegsperren" möchten. Das geht natürlich in Deutschland nicht so einfach und in einem christlichen Land gehört auch Vergebung dazu, ohne dass Schuld und Sühne verdrängt werden.

Es wird auch in Zukunft Gefangene geben, die über eine lange Zeit im Vollzug bleiben müssen. Gerade die Wiedereingliederung dieser Gefangenen gestaltet sich schwierig. Dazu benötigen wir die Hilfe der Gesellschaft, denn die Resozialisierung kann nicht nur Aufgabe Einzelner sein, sondern ist auch Aufgabe der Gesellschaft.

 

Im Auftrag des Vorstandes

Cornelia Laake

Vorstandsmitglied / Geschäftsführerin

 

 

Der HUMANITAS e.V. ist Mitglied im Paritätischen, Landesverband Brandenburg e.V.

 

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